Brilliante zweite Halbzeit — Auswärtssieg in Großenheidorn

Die Razorbacks sind mit einem verdienten 28:33 (20:17)-Auswärtssieg vom Steinhuder Meer zurückgekehrt und haben in ihrer englischen Woche ein starkes Zeichen gesetzt. Gegen den Tabellenzweiten überzeugte die Mannschaft vor allem mit einer deutlich stabilisierten Defensive nach dem Seitenwechsel und einer insgesamt sehr geschlossenen Teamleistung. Dabei musste das Team sogar auf Jakob Nowak und Snorre Grading verzichten.

Die Partie begann temporeich. Zwar gerieten die Vorsfelder früh in Rückstand, fanden jedoch schnell Zugriff. Ein 4:0-Lauf, abgeschlossen durch drei Treffer von Lasse Giese sowie ein Tor von Paul Mbanefo, drehte das Spiel nach knapp zehn Minuten von 4:2 auf 4:6. In der Folge machten sich jedoch einige leichte technische Fehler bemerkbar, die Großenheidorn zu einfachen Gegenstößen nutzte. Die Gastgeber konnten das Spiel zwar wieder an sich ziehen, sich aber nie deutlicher als mit drei Toren absetzen. Mit 17 eigenen Treffern zur Pause konnte man offensiv zufrieden sein, die 20 Gegentore waren allerdings zu viel. Dabei gilt es einzuordnen, dass Großenheidorn bereits in Halbzeit eins sechs Siebenmeter zugesprochen bekam. Trotzdem fehlte es defensiv noch an Konsequenz und Abstimmung im Zusammenspiel mit dem Torhüter.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff sah Großenheidorns Mika Ritter nach einem Gesichtstreffer folgerichtig die Rote Karte. Dennoch hatte der Drei-Tore-Vorsprung der Hausherren zunächst bis zur 37. Minute Bestand (22:19), ehe die Razorbacks sich anschickten die Kontrolle zu übernehmen. Die Abwehr agierte nun deutlich beweglicher und kompakter, dahinter steigerte sich auch Nick Weber erheblich. Der 23:23-Ausgleich in der 41. Minute leitete die stärkste Phase der Gäste ein, kurz darauf brachte Marek Siggelkow sein Team erstmals in Führung. Von diesem Zeitpunkt an war das Momentum klar auf Vorsfelder Seite, daran konnten auch die schnell hintereinander gelegten Auszeiten der Heimsieben nichts mehr ändern. Gegen die nun sehr konsequent arbeitende Defensive fanden die Gastgeber ohne ihren Antreiber Julius Bausch kaum noch Lösungen. In der zweiten Halbzeit ließen die Razorbacks lediglich acht Gegentore, davon zwei Siebenmeter zu – ein entscheidender Faktor. Ein 2:8-Lauf bis viereinhalb Minuten vor dem Ende sorgte beim 25:32 für klare Verhältnisse. In der Schlussphase machten sich auf Seiten der Hausherren nur noch Frust und Hektik bemerkbar, die von den Unparteiischen konsequent geahndet wurden.

Am Ende steht ein hochverdienter Auswärtserfolg der Thiele-Sieben, der auf einer stabilen Defensive, einem konsequenten Angriffsspiel und mannschaftlicher Geschlossenheit fußte. Lasse Giese ragte mit 15 Treffern, darunter fünf Siebenmeter, als bester Torschütze heraus, doch der Sieg war vor allem Ausdruck einer starken kollektiven Leistung gegen einen der Topfavoriten der Liga.