Thomas „Pille“ Krüger beendet seine Karriere – ein Urgestein verabschiedet sich zum Saisonende

Kaderplanungen können neben neuen Perspektiven auch sehr emotionale Einschnitte mit sich bringen, wie in diesem Fall: unser Torhüter Thomas „Pille“ Krüger wird seine aktive Laufbahn nach der laufenden Saison beenden. Nach dann 15 Spielzeiten im Vorsfelder Trikot und insgesamt 34 Jahren im Handballsport sagt eines der prägendsten Gesichter der Vereinsgeschichte bewusst und mit klarer Entscheidung „Jetzt ist Schluss“.

„Pille“ stammt ursprünglich aus Langweddingen, wo auch seine handballerische Ausbildung begann, ehe er noch in der Jugend zum SC Magdeburg wechselte. Dort feierte er zwei deutsche Jugendmeisterschaften und schaffte mit den SCM-Youngsters den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Über weitere Stationen beim SV Oebisfelde und dem SC Vöhringen führte ihn sein Weg 2011 schließlich nach Vorsfelde – ein Wechsel, der sich als dauerhaft erweisen sollte.

Seitdem ist er eine feste Größe zwischen den Pfosten, über 15 Jahre die Konstante im Team, Leistungsträger und Führungsspieler. Mit seiner ehrgeizigen Art, seiner Professionalität und seiner Präsenz prägte er die 1. Herren weit über ein Jahrzehnt – sportlich wie menschlich. Als letzter verbliebener Spieler aus dem Team der Oberliga Meistersaison 2012/13 hat er den bisher größten Erfolg miterlebt und sich über die Jahre zum „Dorfältesten“ der Kabine entwickelt. Sein letztes Spiel wird Krüger am 25. April auswärts bei der HSG Nienburg bestreiten – einen Tag nach seinem 40. Geburtstag. Neun Spiele bleiben uns also noch mit unserer Rückennummer 23, ehe ein besonderes Kapitel der Vereinsgeschichte endet.

Die Entscheidung ist wohlüberlegt, auch wenn es ihm natürlich schwer fällt: „Ich habe nun 34 Jahre Handball hinter mir – Jahre, auf die ich sehr gerne zurückblicke. Es gab unzählige schöne Momente und viele großartige Erfolge, die wir gemeinsam feiern durften. Das alles loszulassen, fällt mir alles andere als leicht. Aber ich spüre, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um zu sagen: Jetzt ist Schluss!

In diesem Jahr werde ich 40 Jahre alt und bin mittlerweile vierfacher Familienvater, arbeite im Drei-Schicht-System und für meine Familie bleibt oft viel zu wenig Zeit – manchmal gefühlt fast gar keine. Insgesamt gibt es einfach viele Faktoren die mich in der Entscheidungsfindung beeinflusst und letztlich auch gefestigt haben. In erster Linie denke ich da nämlich an die Familie: Meine Kinder werden älter, sie haben mittlerweile auch eigene Hobbys und brauchen mich da zunehmend als Unterstützer an ihrer Seite. Ganz besonders ist da auch meine Frau zu erwähnen, die mir über all die Jahre immer den Rücken freigehalten, mich unterstützt und mir die Zeit gegeben hat, diesen Sport auszuüben, den ich so sehr liebe. Dafür bin ich unendlich dankbar. Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem ich sagen kann, dass ich dran bin meiner Familie und vor allem meiner Frau etwas zurückzugeben. Da freue ich mich sehr drauf!

Mit dann 40 Jahren kann man, denke ich, guten Gewissens sagen, dass man lange genug Handball gespielt hat. Trotzdem fällt es mir nicht einfach, diesen großartigen Sport und diese Mannschaft hinter mir zu lassen. Aber auch der Körper wird nicht jünger und nach so vielen Jahren merkt man immer häufiger, wie anstrengend es ist, auf diesem Niveau zu spielen und dabei verletzungsfrei zu bleiben. Auch deshalb siegt hier die Vernunft, wenn ich da in mich reinhorche.

Ich habe hier eine sehr intensive sowie wahnsinnig schöne Zeit gehabt und bin hier mit meiner Familie letztlich auch heimisch geworden. Dazu habe ich viele Menschen kennengelernt und auch viele Freundschaften geschlossen, die auch weiterhin Bestand haben werden. Da bin ich sehr stolz und dankbar drüber!“

Neben all den sportlichen Geschichten wird Pille natürlich auch abseits des Feldes Spuren hinterlassen – sei es durch seine besondere Musikauswahl vor und nach den Spielen, After-Show-Abende im „Krügerischen Keller“, legendäre Mannschaftsfahrten und noch weitere unzähligen Anekdoten, die mit seinem Namen verbunden sind und nach dem letzten Heimspiel im April sicher noch einmal zur Sprache kommen werden.

Bis dahin bleiben uns aber noch neun Spiele. Neun Spiele, um gemeinsam Abschied zu nehmen und die Zeit nochmal intensiv zu genießen. Wir sind auf jeden Fall sehr stolz und dankbar dich über die lange Zeit bei uns gehabt zu haben und wissen, dass wir eine Identifikationsfigur mit blau weißem Herz verlieren werden – sportlich wie menschlich. Pille, von Herzen: Vielen lieben Dank für deinen Einsatz, deine Zeit und deine jahrelange Vereinstreue. Wir ziehen unseren Hut!