Die Englische Woche findet für die Razorbacks einen fast optimalen Abschluss: Beim ambitionierten Northeimer HC erkämpfen sich die Vorsfelder ein verdientes 31:31 (13:14) und bleiben damit im Kalenderjahr 2026 weiterhin ungeschlagen.

In der Anfangsphase tat sich die Thiele-Sieben im Angriff noch schwer. Vor allem die offensive Manndeckung gegen Lasse Giese nahm zunächst Tempo und Struktur aus dem Vorsfelder Angriffsspiel, sodass es einige Minuten dauerte, bis Lösungen gefunden wurden. Nach einem frühen 6:3 für die Gastgeber steigerten sich die Blau-Weißen jedoch kontinuierlich und arbeiteten sich auch über eine stabiler werdende Defensive, angeführt vom starken Mittelblock mit Paul Mbanefo und Jannic Steinke, zurück ins Spiel. Nach zwanzig Minuten war beim 10:10 wieder alles auf Null. Während Northeim zwar noch einmal vorlegen und zum letzten Mal im Laufe des Spiels in Führung gehen konnte, übernahm Vorsfelde in der Folge zunehmend die Kontrolle. Die Abwehr agierte kompakt, verschob aufmerksam und ließ kaum einfache Abschlüsse zu. Dahinter bestätigte Nick Weber seine starke Form der vergangenen Wochen. Mit einer knappen, aber verdienten 13:14-Führung ging es in die Pause.
Der Start in den zweiten Durchgang hatte dann eine kuriose Note. Northeims Mateusz Wróbel stand trotz einer Zeitstrafe kurz vor der Halbzeit (nach 29:18 Minuten) mit Wiederanpfiff auf dem Feld. Zwar wurde dies umgehend geahndet und eine weitere Zeitstrafe ausgesprochen, jedoch blieb die resultierende doppelte Überzahl für Vorsfelde aus. Anstatt mit dann vier Spielern, ließen die Schiedsrichter die Hausherren mit fünf Spielern weiterspielen und Wróbel nach 32:14 Minuten wieder aufs Feld zurückkehren. In Summe dauerten die zwei als persönlich begründeten Zeitstrafen also nur knapp drei Minuten. Richtigerweise hätte man eigentlich bis 31:18 Minuten in doppelter Überzahl und bis zum Ergänzen von Wróbel dann in einfacher Überzahl spielen müssen.
Trotz der falschen Regelauslegung zeigten sich die Razorbacks unbeeindruckt, nutzten die Situation konsequent und bauten ihre Führung auf 13:17 aus. Dieser Vorsprung hatte über weite Strecken Bestand. Die Vorsfelder Defensive arbeitete weiterhin sehr diszipliniert, allerdings schlichen sich mit zunehmender Spielzeit vereinzelt Unkonzentriertheiten ins Offensivspiel ein, die die kämpfenden Northeimer wieder ins Spiel brachten. In der 49. Minute gelang den Gastgebern der 25:25-Ausgleich.
Die Schlussphase hatte es dann nochmal in sich. Vorsfelde setzte erneut Akzente, legte vor und führte sieben Minuten vor dem Ende wieder mit drei Toren. Einen großen Anteil daran hatte Dave Schmidt, der in dieser Phase gleich zwei Siebenmeter parierte und den NHC auf Distanz hielt. Doch Northeim zeigte Moral, kämpfte sich abermals zurück und stellte zweieinhalb Minuten vor Schluss auf 30:30. Auch den späten Führungstreffer von Lasse Giese rund 30 Sekunden vor dem Ende konnten die Gastgeber nochmal kontern. Die letzten 17 Sekunden setzten die Razorbacks nochmal alles auf eine Karte: nach genommener Auszeit spielten die Gäste das Spiel im Sieben-gegen-Sechs zu Ende. Der herausgespielte Wurf fand jedoch nicht mehr den Weg ins Tor – die Punkteteilung war perfekt.
Unter dem Strich überwiegt die Zufriedenheit. Gegen einen heimstarken Gegner aus den Top drei der Liga zeigte Vorsfelde eine sehr reife Leistung und unterstreicht die positive Entwicklung. Nach einem spielfreien Wochenende geht es am 7. Februar mit dem Heimspiel gegen den TV Cloppenburg weiter.